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19.05.2017 09:58 Uhr

The Last Guardian - Rückkehr zur Open-World im nächsten Projekt laut Fumito Ueda möglich

In einem umfangreichen Interview hat der Game Designer Fumito Ueda (“ICO”, “Shadow of the Colossus”, “The Last Guardian”) über seine Anfänge bei Sony, seinen Entwicklungsstil, seine Inspirationen und sein kommendes Projekt gesprochen.

Rückkehr zur Open-World im nächsten Projekt laut Fumito Ueda möglich

Der berühmte Game Designer Fumito Ueda, der vor allem für seine Spiele “ICO”, “Shadow of the Colossus” und “The Last Guardian” bekannt ist, hat im Rahmen der Nordic Game Conference über seinen Entwicklungsstil und sein aktuellen Projekt gesprochen. Unter anderem ging er auch auf seinen absichtlich mysteriösen Angang an die Erzählung ein.

Uedas Anfänge bei Sony

Ueda sprach jedoch mit David Polfeldt, Managing Director von Massive Entertainment (“Tom Clancy’s The Division”), zunächst über seine Vergangenheit. So hatte er einst privat an “ICO” gearbeitet und dafür gar seinen Job gekündigt. Als seine Ersparnisse jedoch allmählich aufgebraucht waren, hatte er als CG Artist bei Sony angeheuert.

“Ich habe mich dafür beworben, aber ich hatte eine Bedingung. Ich könnte nicht Vollzeit arbeiten, da ich auch Zeit für mich brauchen würde. Sony hat gefragt, was ich in meiner eigenen Zeit mache, also habe ich begonnen über ICO zu sprechen. Sie hatten die Idee verstanden und dann vorgeschlagen, dass ich bei Sony daran arbeite”, sagte Ueda.

Es beginnt mit einem geistigen Bild

Bezüglich seines Entwicklungsstils sagte Ueda, dass viele seiner Projekte stets mit einem Bild vor seinem geistigen Auge begonnen hatten. Bei “ICO” dachte er zunächst an das Bild eines Jungen, der ein großes Mädchen an der Hand hält, während er bei “The Last Guardian” bereits Trico auf einer hohen Kante sitzen saß. Der Junge hing dabei unter ihm. Allerdings wollte Polfeldt auch wissen, ob Ueda zu dem Zeitpunkt bereits die Geschichte im Kopf hat,

“Ich hatte nur eine grobe Idee. Bei ICO wusste ich, dass sich der Junge und das Mädchen kennen, sie jedoch irgendwann ihre Erinnerungen verloren hatte. Wird sie sich also am Ende des Spiels an den Jungen erinnern? Das war jedoch nicht das tatsächliche Ende. Das war das Endbild, das ich zu Beginn der Produktion im Sinn hatte”, erinnerte sich Ueda. “Das Ende sollte sich während der Kreation und der Entwicklungsphase verändern, aufgrund von technischen Grenzen und Ressourcenmanagement. Ich musste andere Sachen priorisieren.”

Geschichten sollten die Vorstellungskraft anregen

Desweiteren wurde Ueda darauf angesprochen, dass er sich bei seinen Spielen nicht in Details verliert und stattdessen viele Bereiche des Storytellings sehr vage belässt.

“Für mich ist es nicht wichtig die Details der Geschichte zu erzählen. In Japan gibt es einen Poeten-Ausdruck, der Haiku genannt wird, in dem man einige Dinge nicht im Detail erklärt und die Leser verstehen oder ihre Vorstellungskraft für das nutzen lässt, was präsentiert wird”, heißt es im Weiteren. “Das lässt die Empfänger ihre eigene Geschichte aus ihrer Vorstellungskraft heraus erschaffen und ich denke, dass dies auch ein guter Stil des Ausdrucks für Videospiele ist ─ in diesem Moment. In der Zukunft könnte jemand entdecken, dass es einen anderen Weg gibt, um eine Erzählung zu machen und Geschichten durch das Gaming zu erzählen, aber in diesem Moment ist es ein großartiger Weg, um Geschichten zu erzählen.”

Auch Polfeldt hat betont, dass ihn Uedas Spiele länger beschäftigen, da sie eine Menge Fragen offen lassen. Dadurch würde er auch in einer anderen Art und Weise über Spiele nachdenken. Darauf betonte Ueda, dass er dies absichtlich macht, da in manchen Filmen die Geschichte bereits so abgeschlossen sei, dass sie keinen Interpretationsspielraum mehr lässt. Diese Filme würden jedoch nicht lange in Erinnerung bleiben.

Rückkehr zu einer offenen Welt im nächsten Projekt?

Dann ging Ueda auf die offene Spielwelt von “Shadow of the Colossus” ein, die er erschaffen hatte, da “ICO” zuvor ein sehr lineares Abenteuer in einem kleinen Raum gewesen war. Deshalb wollte er sich mehr Raum verschaffen. Bei “The Last Guardian” wurde die Freiheit jedoch wieder etwas zurückgeschraubt. Wie sieht es somit beim kommenden Projekt aus, das Ueda bereits im Sinn hat?

“Ich kann nicht über die Details sprechen, aber … Shadow entstand aus der Erfahrung mit ICO, aus einer geschlossenen Welt in eine offene Welt. Als ich Shadow abgeschlossen hatte, gab es einen Moment, bei dem ich mich gefragt hatte, ob ich noch einmal durch eine offene Welt laufen wollte und vielleicht zurück zu einem geschlosseneren Raum gehen sollte, um mit etwas eine intimere Zeit in diesem Raum zu verbringen. Das wurde der Startpunkt für The Last Guardian”, erläuterte Ueda.

Im Weiteren sagte er: “Nun habe ich The Last Guardian abgeschlossen und so viele Jahre in dem Spiel verbracht, vielleicht sollte sich zu der Shadow-artigen Umgebung zurückkehren.”

Musik hilft beim Eintauchen in die Fantasiewelten

Somit könnte die Rückkehr zu einer offenen Spielwelt wirklich bevorstehen. Allerdings hatte Ueda keine Details verraten. Vielmehr hat er darüber gesprochen, dass er sich von Musik inspirieren lässt, um seine Fantasiewelten zu erschaffen. Schließlich sei er selbst nicht wirklich an Fantasy interessiert, allerdings müsste er in die Welt, die er erschafft, eintauchen und sich in ihr verlieren. Die Musik hilft ihm letztendlich dabei.

“Als Person bin ich sehr pragmatisch, aber ich muss wirklich daran glauben, dass die Welt, die ich erschaffe, existiert, also lasse ich mich daran glauben, indem ich Inspiration aus Musik oder Büchern beziehe, die sich um Fantasiewelten drehen. Eine Menge Leute glauben, dass ich solch eine Fantasy-Person bin und die ganze Zeit in der Fantasiewelt lebe, aber es gibt eine große Lücke zwischen der Wahrnehmung der Leute von mir und mir als Person”, verriet Ueda abschließend.

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