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Yakuza 0 / 龍が如く0 誓いの場所 - review [aragami]

yakuza japan adventure action sega

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#1 Guest_aragami2k_*

Guest_aragami2k_*
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Geschrieben 14 April 2015 - 12:23 Uhr

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Ryû ga Gotoku - wörtlich übersetzt "Gleich einem Drachen", wobei sich der Drache auf die Bezeichnung eines Mafiaoberhauptes bezieht, ist eine im Yakuzamilieu angesiedelte Action-Adventureserie aus dem Hause SEGA Japan, von welcher seit 2005 fast jährlich ein Ableger erschienen ist. Hier ein kurzer Überblick, wobei ich die von Story und Atmosphäre her völlig abweichenden PSP-Titel extra weggelassen habe.

 

Ryû ga Gotoku  - damit fing alles an, seinerzeit noch auf der PS2. Der legendäre Fall, in dem es um die immense Summe von 100. 000.000 Yen geht. Und was hat das kleine Mädchen Haruka damit zu tun?

Der einzige Teil der Reihe, der für den Westen aufwendig lokalisiert wurde - sogar mit berühmten englischen Synchronsprechern! Hat alles nichts gebracht, das Spiel ist extrem gefloppt.

 

Ryû ga Gotoku 2 - Der zweite Teil, der an die Geschehnisse von Teil 1 anknüpft und daraufhin eine eigene Geschichte erzählt. Kiryûs Abenteuer mit der japanischen Unterwelt sind noch nicht vorbei. Diesmal kommt er auch aus Tôkyô raus und besucht das ebenfalls fiktive Sôtenbori-Viertel in Kyôto.

 

Ryû ga Gotoku Kenzan! - Ein Spinoff zu Beginn der Edozeit, in welchem ein ehrenwerter Samurai unter dem Decknamen Kazumanosuke im Vergnügungsviertel Kyôtos Unterschlupf findet und von einem Mädchen beauftragt wird, Miyamoto Musashi zu ermorden. Kam nie in den Westen.

 

Ryû ga Gotoku 3 - Der dritte Teil der Hauptserie, in welchem Kazuma sich solangsam aus dem kriminellen Leben verabschieden will und in Okinawa ein Kinderheim leitet.

 

Ryû ga Gotoku 4 - Der erste Teil mit mehreren spielbaren Charakteren, und somit vier verschiedenen Geschichten. Kiryû ist hier lediglich einer von vieren und rückt somit langsam in den Hintergrund.

 

Ryû ga Gotoku Of The End - Ein an Zombie / Survival Horror angelehnter Spinoff, in welchem Kamurochô von einer Zombieplage befallen wird. Der einzige Teil der Serie, der den Gebrauch von Schusswaffen in den Vordergrund rückt.

 

Ryû ga Gotoku 5 - Der fünfte und bislang aktuellste Teil der Reihe, in welchem erneut mehrer Charaktere gespielt werden konnten. Kiryû rückt weiter in den Hintergrund und man erfährt in diesem Teil wohl das Ende seiner Geschichte.

 

Ryû ga Gotoku Ishin - Ein weiterer Spinoff, diesmal zu Beginn der Meiji-Zeit angesiedelt. Hierzu gibt es ein Review von mir im Forum: http://www.ps4news.d...oration-review/

Kam ebenfalls nie in den Westen.

 

 

Nachdem wir nun also den Protagonisten Kiryû Kazuma durch 5 Storyteile verfolgen durften, gibt es mit Ryû ga Gotoku Zero eine Rückblende: Wir schreiben das Jahr 1988, und befinden uns somit kurz vor dem Zerbersten der Wirtschafts-Bubble in Japan. Geld regiert die Welt - und jeder hat davon reichlich. Entsprechend wenig ist der Yen wert.

 

Als der aufstrebende kleine Chinpira (unterste Yakuzaeinheit, quasi die Schläger der japanischen Mafia) Kiryû Kazuma, seinen Auftrag ausführt, und von einem Salariman Geld eintreiben will, und diesen bei Nichterhalt entsprechend körperlich zurechtweist, gerät er in einen Komplott. Wenige Minuten nachdem Kiryû den Ort verlassen hat, wird der Mann eben dort tot aufgefunden. Natürlich wird der Mord mafiaintern Kiryû in die Schuhe geschoben, und um seinem Ziehvater  Kazama Shintarô und dessen Kumi nicht zu schaden, beschließt Kiryû, die Yakuza zu verlassen und als Zivilist zu versuchen, seinen Namen reinzuwaschen. Kur darauf kontaktiert ihn eine mysteriöse Vereinigung. Und Kiryû erfährt  Schritt für Schritt, was hinter all den Geschehnissen steckt…

 

Zeitgleich führt ein unehrenhaft entlassener kleiner Chinpira namens Majima Goro im Auftrag seines ehemaligen Vorgesetzten dessen Cabaret Club im Sôtenbori-Viertel in Ôsaka. Der Club ist extrem beliebt, nicht zuletzt aufgrund der Art des einäugige Clubmanagers Majima , mit Ärger verursachenden Gästen umzuspringen. Nachdem er einmal mehr einen Gast auf höfliche aber bestimmte und definitiv einzigartige Weise vor die Tür befördert hat, meldet sich sein ehemaliger Aniki (großer Bruder, höhergestellter im Yakuza-Clan), und bietet ihm eine Möglichkeit, wieder in die Mafia aufgenommen zu werden. Dafür muss er lediglich jemanden umbringen. Majima sieht darin kein Problem, doch als er seinem Opfer Makimura Makoto begegnet, und sieht, dass es sich nicht wie angenommen um ein männliches Lowlife, sondern ein blindes Mädchen von gerademal 20 Jahren handelt, bringt er es nicht übers Herz und beschützt diese stattdessen. Mit Makoto halst sich Majima jedoch eine Menge Ärger auf...

 

Mehr sei nicht verraten. Wie immer ist die Handlung mit ihren diversen unerwarteten Wendungen die größte Stärke des Titels. Astrein in Szene gesetzt, erinnert das Spiel mitunter schon an einen interaktiven Film.  Nicht zuletzt, da eine Zwischensequenz mit abwechselnd echtem Video und gesprochenen Dialogen in Ingame-Grafik, schon mal 10 Minuten dauern kann.

 

Hat man seit dem vierten Teil der Reihe die Kontrolle über 4 unterschiedliche Charaktere übernommen, so darf man im sechsten Ableger der Hauptstory nur zwei spielen, die sich die Gesamtkapitelzahl fair aufteilen. Nach jeweils 2 Kapiteln wechseln der Spielcharakter und damit die Story komplett. Das funktioniert sehr gut, nicht zuletzt da beim Charakterwechsel ein kurzes "was bisher geschah" abgespielt wird, das einen wieder in die andere Story reinversetzt.

 

Die beiden Charaktere (Kiryû und Majima) unterscheiden sich nicht nur äußerlich, im Dialekt und in ihrem Wohnort, sondern auch im Kampfstil, bzw den Kampfstilen, denn beide Figuren erlernen im Laufe des Spieles drei verschiedene Kampfstile (die verschiedenen Waffen, die mitgeführt werden können, sind nicht mitgerechnet). Kiryû beginnt als Chinpira mit dem passenden Schlägertypen-Kampfstil. Später erlernt er den blitzschnellen Dancer- und den langsamen aber kolossal Schaden verursachenden Koroshiya (Killer) Style. Zwischen den Styles kann jederzeit im Kampf gewechselt werden. Und das ist mitunter essentiell, denn manche Gegner lassen sich mit dem Koroshiya-Kampfstil überhaupt nicht attackieren, da die Angriffe zu langsam sind und von Gegenangriffen abgebrochen werden. Andersrum ist der Dancer-Style zwar schnell und gut zum Ausweichen, erwirkt aber kaum Schaden bei den Gegnern.

 

Majima hat ein ähnliches Aufgebot: Sein Standardstyle ist ein typischer Prügelstil mit ein paar überraschend artistischen Einlagen. Später kommt der Breaking Fight Style dazu, Breakdance goes Kloppe! Sehr sehenswert, aber wie bei Kiryû eher schwach. Und dann erhält Majima seinen berühmten Baseballschläger, welcher zugleich seinen dritten Style darstellt.

 

Abgesehen davon können wie seit jeher in der Serie eventuell in der Gegend herumstehende Gegenstände als Waffe missbraucht werden.

 

Durch das Verursachen von Schaden beim Gegner sammelt man Heat an, die sich, wenn der dreifach unterteilte Balken voll ist, durch besonders böse Attacken entladen lässt. Alles für Serienfans nichts Neues, aber ich habe den Eindruck diese Angriffe werden von Spiel zu Spiel gewaltverherrlichender. Na, mich störts nicht! :)

 

Kämpfe laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Irgendwer, seien es Yakuza, Schläger, Motorrad- oder Jugendgangs, pöbelt den Charakter an, und es geht direkt los. Langes durch Texte Drücken wie bei früheren Ablegern ist nicht mehr nötig. Während dem Kampf erhält man für jeden Angriff Geld, für besondere Attacken mehr als für normale. Am Ende gibt es auch keine Textboxen mehr, man läuft einfach weiter. Eine sehr gute Verbesserung gegenüber Ishin, wo man anschließend die Loot aufsammeln musste, was jedesmal wieder ein Textfenster erzeugt hat das man wegklicken musste.

Hilft man bedrängten Passanten, erhält man meist obendrein noch ein Dankeschön von diesen.

 

Die Kapitel sind an und für sich recht kurz. Man muss eigentlich nur 2,3mal von A nach B gehen und mit den richtigen Leuten sprechen bzw. kämpfen, schon kommt ein neues Kapitel. Man kann das Spiel daher sicherlich in unter 10 Stunden abschließen. Aber da die Serie vor allem auch von den unzähligen Nebenaktivitäten lebt und Zufallskämpfe den zielorientierten Spieler immer wieder aufhalten, werden es schon deutlich mehr. Bei mir waren es zum Beispiel 60 Stunden, bis der Abspann lief.

 

60 super investierte Stunden, wenn man mich fragt. Denn das Spiel bietet neben seiner Hauptstory noch eine Vielzahl Sidequests und andere Nebentätigkeiten für die Charaktere. Diese alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber neu hinzugekommen ist zum Beispiel Disco Dancing - Kiryû / Majima können sich jetzt in einem Rhythm-Matching-Minigame - ganz 80s-typisch - auf der Tanzfläche bewegen.

 

Dann gibt es noch die komplexen Minigames: Kiryû und Majima erhalten im Verlaufe des Spieles jeweils die Möglichkeit, ein bestimmtes Business zu managen. Dieses Management ist eine richtige kleine Wirtschaftssimulation und bringt ordentlich Spielspaß.  Ich möchte hier aber nicht zuviel verraten, denn eigentlich ist das jetzt schon ein heftiger Spoiler!

 

Alles in Allem ein klasse Spiel. Ich habe schon eine Weile Angst dass die Qualität absinken könnte, aber die Serie wird einfach nicht schlechter.

 

Auch wenn ich vermute, dass dies der letzte Teil mit Kiryû war. Denn seine Geschichte wurde jetzt eigentlich nahtlos erzählt.

Vielleicht verfolgen wir in zukünftigen Teilen der Reihe die Geschichte von Majima? Das wäre sicherlich auch interessant!

 

Achja anzumerken wäre noch das noch kein West-Release bekannt ist und das Spiel nur auf japanisch existiert. Ohne gute bis sehr gute Kenntnisse der japanischen Sprache hat man hier aber ganz sicher keinen Genuss!

 

Ich streame btw zur Zeit allabendlich das Endgame und übersetze synchron sämtliche Dialoge… falls Interesse besteht, ruhig ma reinschauen ich freu mich! :)


  • Bendter und RetroRaven gefällt das





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