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龍が如く維新 (Yakuza Restoration) - Review

action adventure japan ps4

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2 Antworten in diesem Thema

#1 Guest_aragami2k_*

Guest_aragami2k_*
  • Gast

Geschrieben 24 September 2014 - 12:39 Uhr

Das Spiel war wie immer fantastisch. Ryôma durch das Kyôto kurz vor Beginn der Meijizeit zu lenken, und sich durch die Räuber und das ganze Gesindel zu kämpfen macht einfach Spaß. Auch wenn es der tausendste random Encounter ist, irgendwie wird es mir nie langweilig.
 
Dazu kommen die vielen Minigames. Ob Angeln oder Landwirtschaft, ob Kochen oder eine Vorform der Karaoke, ob Dungeoncrawling Hack n Slay in bester Diablo-Manier oder Udonnudeln servieren - die Abwechslung sucht ihresgleichen. Nicht alle Minigames sind von Anfang an verfügbar, sondern diese werden mit fortlaufender Story irgendwann freigeschalten. So kommt keine Übersättigung auf, denn man hat immer wieder neues auf das man sich stürzen kann, und die alten, die man nach einer Weile auch gerne mal wieder spielt. Wie oft latscht man im Spiel am Angelplatz vorbei und denkt sich: Ach komm, angel ichne Weile... und tut das dann einfach. Ich habe Stunden im sogenannten 別宅 Bettaku Modus verbracht, in dem ich einen Garten pflege, Gemüse anbaue, ernte, Gerichte zubereite und diese dann verkaufe. Das ist absolut nicht Ryû wie mans kennt und vielen wäre das vermutlich zu blöd, aber es ist eine wunderbare Erholung zwischen all den Kämpfen in der ehemaligen Hauptstadt!
 
Was mir an Spielen immer besonders gefällt, ist Liebe zum Detail. Damit meine ich nicht möglichst hochauflösende Texturen, sondern alles! Ryû hat wie immer eine enorme Liebe zum Detail präsentiert. Von den verschiedenen Dialekten der Charaktere über die schon bald hollywoodreife Inszenierung der Videos bis hin zu dem fantastischen Unschärfe-Effekt von Objekten und Personen die in der Ebene vor Ryôma stehen, hat das Spiel eine Menge tolle Einfälle zu bieten. Und selbst die simpelsten Minigames wie zB. das Angeln sind so wunderbar umgesetzt, das man sie wirklich stundenlang spielen kann...
 
Interessant übrigens auch, das ich ab sofort im "Endlosgame-Mode" streamen darf! Bisher wurde mir das vom Spiel verboten, da es laut Entwicklern sehr storydriven ist und die Handlung nicht gespoilt werden sollte. Ist auch ein guter Zug von den Machern, denn die Handlung hats wie immer in sich! Ryôma begibt sich auf die Suche nach dem Mörder seines Vaters, einem namenlosen Ninja. Einziger Anhaltspunkt ist dessen herausragender Kampfstil.Die Suche führt ihn zur kaisertreuen Shinsengumi nach Kyôto, in welcher er den Mörder vermutet und daher dieser unter seinem Pseudonym 斉藤一 Saitô Hajime beitritt. Aber wie von Ryû gewohnt, wäre das viel zu simpel und statt einer simplen Rachestory entfalten sich diverse Handlungsstricke, die mit Wendungen und weiteren Wendungen und jede Menge Überraschungen aufwarten.
 
Bisher hat SEGA noch keine Version für den Westen angekündigt. Gerüchten zufolge soll das Spiel in Asien erscheinen. Dann aber wohl auf Chinesisch, und nicht wie vermutet wurde mit englischen Untertiteln. Der Grund ist, das sich das Studio auf den nächsten Teil konzentrieren möchte, was für mich super News ist!

Ich bin auch gespannt wie ein Ryû aussehen mag, das für die PS4 kreiert wurde - denn laut Entwicklern war die PS4-Version von Ishin nicht von Anfang an geplant.
 
Ich persönlich vermute, das dieser Teil zu speziell ist, um im Westen nachhaltenden Erfolg zu haben, weshalb sich SEGA eine teure Lokalisierung doppelt gut überlegt. Eher wird es wohl sowieso den 5. Teil der Hauptserie auf Englisch geben, aber selbst das wurde noch nicht angekündigt. Mich überrascht es ehrlich gesagt nicht, denn die meisten die ich kenne meinen "geiles Spiel, aber das hole ich mir erst wenn es mal 20 Euro kostet". Wenn sich Spielserien schlecht verkaufen, werden die Lokalisierungen von Folgetiteln eben eingestellt.

 


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#2 bassler

bassler

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  • PSN ID:basslerNNP

Geschrieben 24 September 2014 - 12:47 Uhr

Noch solch ein Fan wie ich. Dich lasse ich jetzt nicht mehr gehen. :D



#3 Guest_aragami2k_*

Guest_aragami2k_*
  • Gast

Geschrieben 24 September 2014 - 12:49 Uhr

Sorry, das war gar nicht das Review sondern ein Kurzer Eindruck nach Abschluss der Story... :) Hier das echte Review:

 

Mit dem Erscheinen der PS4 wurde in Japan auch ein neuer Spinoff zu SEGA Japan's beliebter Ryû ga Gotoku (im Westen besser bekannt unter dem Namen Yakuza) Serie auf den Markt gebracht. Spinoff, da die Hauptstory, die mittlerweile in Teil 5 angekommen ist, nicht weitererzählt wird, sondern stattdessen ein jidai geki (Historiendrama) mit altbekannten Figuren, jedoch in neuen Rollen, präsentiert wird. Das hat Tradition, schon auf der PS3 war der erste Yakuza-Titel ein Spinoff. Seinerzeit wurde die Story von Ryûnosuke Anfang der Edozeit erzählt. Der neue PS4-Ableger Ishin (Restoration) spielt etwa 200 Jahre später, am Ende der Edozeit und erzählt von den Abenteuern von Sakamoto Ryûma in Kyôto.
 
Die Story
Dieser will den Tod seines Vaters rächen, und stellt unter dem Pseudonym Saitô Nachforschungen an. Schnell findet er heraus, das der Mörder, der einen auffälligen Kampfstil benutzt hat, in den höheren Rängen der Shinsengumi, einer kaisertreuen Gruppierung, zu finden ist. Also tritt Saitô der Shinsengumi bei, und stößt dabei auf eine gewaltige Verschwörung, die die Grenzen seines Rechtsempfindens verschwimmen läßt.
 
Gameplay
Serientypisch bewegt man sich durch genial nachempfundene, originalgetreue, atmosphärisch dichte Stadtbezirke, um die Story zu verfolgen. Nebenher stößt man immer wieder auf Nebenquests (wobei die Frequenz der neuen Quests beinahe schon einem Skyrim gleicht, allerdings sind diese vom Umfang her meist nicht so fordernd).
Meistens bestehen die Quests aus einer Menge Dialog (der nur bei storyrelevanten Szenen komplett gesprochen wird, sonst muss man sich durch viel teilweise sehr umgangssprachliches Japanisch kämpfen).
 
Ryûma muss ebenfalls viel kämpfen, allerdings nicht mit der Lingo, sondern mit seinen Fäusten. Durch die Straßen der ehemaligen Hauptstadt laufen allerhand finstere Gestalten. Gewalt ist hier sehr wohl eine Lösung, wenn man aus Versehen den falschen Passant anrempelt oder eine Räuberrotte eine junge Frau bedrohen, dann packt Ryûma gerne seine Fäuste, oder wahlweise auch Katana, Pistole oder sogar Katana und Pistole aus. Diese vier Kampfstile werden bei Benutzung individuell aufgelevelt. So werden neue Moves, mehr Lebensenergie und mehr Angriffsstärke freigeschalten.
 
Außerdem erhält man Zugriff auf die Heat Action genannten serientypischen Finisher, die nicht nur extrem brutal präsentiert werden sondern auch massig Schaden machen. So kann man Gegner mit dem Kopf voran gegen eine Wand krachen lassen, und optional sogar noch zwei Tritte nachsetzen während sie zu Boden gehen, oder man sticht sein Schwert besonders blutig in den am Boden liegenden Leib und jagt noch zwei Kugeln aus dem Revolver hinterher.
 
Auch Gegenstände, die in der Stadt herumstehen, lassen sich aufheben und für besonders brutale Schlagkombinationen nutzen.
Die erlittenen Wunden kann Ryûma entweder direkt während dem Kampf mit Heilmitteln oder Nahrung verarzten oder danach in einer der vielen schönen kulinarischen Lokalitäten einkehren und sich japanische Delikatessen schmecken lassen. Wie im Vorgänger (Teil 5 der regulären Serie), so wirken sich auch hier die Nahrungsmittel unterschiedlich auf zusätzliche Attribute aus. Abgesehen davon kann man nach zuviel Alkoholgenuß auch betrunken werden.
 
Nebensächliches
Verfolgt man gerade nicht die Story, hat man die Wahl zwischen dem Erfüllen diverser Sidequests oder verschiedener Minigames. Angeln, Mahjong und Shogi sind eher die Klassiker der Serie, neu hinzugekommen ist zB. das Kochen. Ryûma kann zuhause Gemüse pflanzen und Gerichte zubereiten, die er dann essen, verkaufen oder für Quests einsetzen kann.
 
Auch sehr schön ist der Battle Dungeon. Hier metzelt man sich im Auftrag der Shinsengumi durch kleine Levels voller Gegner, um einen Boss zu besiegen und dafür einige Ryô (alte japanische Währung) abzusahnen. Ähnlich einem Sammelkartenspiel erhält man in diesem Modus Soldatenkarten, die man zur Unterstützung zusammenstellt und welche dann mit Buffs im Dungeon helfend zur Seite stehen. Alles in allem ein interessantes Minigame, in das man locker mehrere Stunden versenken kann.
Natürlich gibt es auch ein Equivalent zum kaba kurabu… Gespräche mit den Damen sucht man hier allerdings vergeblich, man findet stattdessen ein weiteres Minigame. Mehr sei nicht verraten. :)
 
Baseball und Karaoke, ebenfalls seit langer Zeit Standard-Minigames, gab es zu der Zeit noch nicht, aber die Entwickler haben sich hierfür etwas einfallen lassen.
 
Anzumerken ist noch, das die Minigames allesamt eine sehr hohe Qualität besitzen, die teilweise schon an echte Vollpreistitel aus dem entsprechenden Genre herankommt.
 
Sound & Grafik
Die Reihe legt seit jeher extrem hohen Wert auf eine möglichst realistische Atmosphäre. Schon bei Ryû ga Gotoku für die Playstation 2 war die Atmosphäre des fiktiven Rotlichtviertels in Tôkyô sensationell gut, und das hat sich mit jedem neuen Ableger der Serie immer weiter perfektioniert.
 
Klar, man findet immer noch Stellen, die etwas unrealistisch wirken, zum Beispiel einen nonstop in ein und demselben Soundsample kläffenden Hund. Aber solange man nicht stehenbleibt, fällt einem der Loop der meisten Geräusche überhaupt nicht auf.
Die Grafik ist sicherlich nicht das Ende aller Dinge, aber dafür, das das Spiel auch noch für die PS3 erschienen ist, kann man die 1080p-Präsentation wirklich sehen. Zudem läuft das Spiel ohne merkliche Ladesequenzen.
 
Negatives?
Was ein wenig nervt, ist das Ryûma eigentlich storytechnisch nonstop zwischen Terayada und dem tonjo der Shinsengumi hin und herlaufen muss. So kommt er zwar quer durch die Stadt und somit in Kontakt mit einer Vielzahl von Sidequests und Events, aber auf Dauer ist das Hin- und Hergerenne eintönig. Besonders schön wenn man quer durch die Stadt eiert, nur um 2 Sätze mit einem Kontakt im Teradaya zu wechseln, um daraufhin zurück zur Shinsengumi zu eiern. Es gibt auch Sänftenträger, die einen durch die Stadt chauffieren, aber ich war nie ein Fan von Quick Travel.
 
Ebenfalls ein Novum ist der Shitashimi Balken - je öfter man mit bestimmten Leuten Umgang hat, desto besser wird die Freundschaft. Hat man den Balken maximiert, helfen diese Menschen in Zukunft bei Kämpfen in ihrer Gegend aus oder übergeben hilfreiche Belohnungen. Ein nettes Feature, das teilweise aber sehr mühselig ist, wenn zum Beispiel ein kleiner Junge immer wieder Gemüse essen will, und man sich jedesmal durch dieselben 100 Seiten Text klicken muss, um den Balken ein kleines Stückchen vorantreiben zu können: "Na, geht’s dir gut? - Ja, danke, ich habe aber schon wieder Lust auf Gemüse. Wollen Sie dem Jungen Gemüse geben? Ja/nein - Oh vielen Dank. *mampf mampf* Das war lecker, aber jetzt darf ich nichts mehr essen, es gibt bald Abendessen. Vielen Dank." und das jedesmal!
 
Außerdem frage ich mich teilweise wozu ich vier Kampfstile brauche, wenn doch 2 davon einfach nur schlecht sind?
Nur mit der Pistole kämpfen ist selten langweilig, und Pistole und Schwert ist eine ansehnliche Combo, sorgt aber aufgrund mangelnder Moves dazu, das sich schnell alles wiederholt. Da sind die Ittô (ein Katana) und Faustkämpfe schon merklich besser integriert mit viel Abwechslung und einigen Heat Action Moves.
 
Und als Letztes sei noch der Schwierigkeitsgrad erwähnt. Etwas mehr Anspruch könnte das Game bieten. Wenn ich einen vermeintlich richtig guten Samurai in weniger als 10 Sekunden mit meinem Standardschwert plätte, frage ich mich, ob es das wert war, jetzt extra 20 Seiten Dialogtext durchzukauen. Bossgegner, die etwas auf dem Kasten haben, halten zwar viel mehr aus, aber Dank schier endlosen Nahrungsmengen im Inventory ist auch das normalerweise lediglich eine Frage des Timings.
 
Fazit
Das Rad wurde sicherlich nicht neuerfunden, aber alles in allem ist Ishin ein weiterer super Ableger der Ryû ga Gotoku Serie. Das Spiel ist bisher lediglich in Japan erschienen, eine Veröffentlichung im Westen ist sehr fraglich.
Aufgrund der enormen Textlastigkeit sind mindestens fortgeschrittene Japanischkenntnisse in Wort und Schrift Voraussetzung, um mit diesem Spiel wirklich Spaß zu haben. Dann bietet das Spiel mit allen Sidequests und Mini Games aber locker 100+ Stunden an Material.






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