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Akiba's Trip 2 - Review

akibas trip action ps4 japan manga

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#1 Guest_aragami2k_*

Guest_aragami2k_*
  • Gast

Geschrieben 24 September 2014 - 12:35 Uhr

Also, um was geht es denn in diesem seltsamen Spiel?
 
Die Story des Spiels wird im japanüblichen Sound Novel Format erzählt. Sprich man sieht die sprechende Person eingeblendet, Sprache wird per Voice Over erzählt und der Text ist auf dem Screen zu sehen. Ein schönes Feature ist übrigens, das die Charaktere aus dem Controller sprechen, nicht über die Soundanlage.
 
Kurz zur Handlung:
Der schwerverletzte Nanashi, die Hauptfigur, die ich natürlich in Aragami umbenannt habe, wird von einem mysteriösen Mädchen namens Shizuku durch das Vermischen des Blutes der beiden vor dem drohenden Tod gerettet. Seither wird er von einer mysteriösen Gruppierung, den Magaimono gejagt, die ihm ans Leder bzw. den Stoff wollen. Der Grund: Er ist eine Art Vampir, ein Monster das im Sonnenlicht verbrennen muß. Anders als der klassische westliche Vampir jedoch, verbrennt diese Gattung nur, wenn ein Großteil der Haut der Sonne ausgesetzt wird. Aus diesem Grund zielen beide Parteien in Auseinandersetzungen vor allem auf die Kleidung ihres Gegenübers und versuchen diese zu entfernen.
Das sorgt für eines der beklopptesten Kampfsysteme, das ich je in einem Spiel gesehen habe!
 
Denn sämtliche beteiligten Charaktere hauen nicht mit echten Waffen, sondern mit allem, was sie in Akihabara finden können aufeinander ein: Überdimensionale Anime-Posterrollen und Schilder von Maid-Cafes, Mikros aus Karaokebars und riesige Beidhänder-Schwertreplikas aus Plastik werden hier benutzt, um dem Gegner die Klamotten zu ruinieren. Jedes Kleidungsstück hat hierbei einen Panzerungswert, den es zu dezimieren gilt. Sobald ein Kleidungsstück auf 0 herunter ist, kann es problemlos ausgezogen werden. Sollten gerade mehrere Kleidungsstücke auf 0 oder kurz darüber sein, verfällt Nanashi in einen Rausch, den ich Stripping Spree getauft habe - er zieht dann per Quicktime Event allen, bei denen es gerade möglich ist, nacheinander die Klamotten runter, wenn es genügend Opfer gibt, endet dieser Spree mit einem aberwitzigen Special Move, dessen Wirkung nicht verraten wird.
 
Weniger gut gelungen ist die Kamera in Kampfsequenzen - allzu oft kloppt man sich in eine unübersichtliche Ecke, und muss zuerst die Kamera herumdrehen um wieder zu sehen was Sache ist. Oder man prügelt sich bis an den Rand des Gebietes, dann zoomt die Kamera unangenehm weit aus dem Geschehen heraus und macht es schwer, gezielt zu attackieren. In den Massenschlägereien wird es oft unübersichtlich genug, wenn die Kamera dann auch noch gegen einen agiert, ist leider ein blindes Buttonmashing und damit der Game Over Bildschirm vorprogrammiert. Wie gut das es dann den Unison Angriff gibt, eine Heat Attacke, die wenn aufgeladen, einen Teamangriff zwischen Nanashi und seiner weiblichen Begleiterin auslöst, der das Opfer, sofern kein Endgegner, sofort sämtlicher Klamotten beraubt.
 
Aber natürlich verlieren nicht nur die Gegner ihre Kleidung, auch Nanashi kann etwas ausgezogen werden. Daher ist es wichtig, eine möglichst gut gepanzerte Bekleidung zu tragen. Panzerung ist das wichtigste, Aussehen erstmal egal, denn die Leute in Akihabara sind unerbittliche Kämpfer. So läuft der Protagonist auch durchaus mal in einem Cosplay-Unterteil herum, das verdächtig nach einem Rock aussieht…
 
Der Schmid des Spiels ist Nana, die kleine Schwester von Nanashi. Sie vermag es, verschiedene Kleidungsstücke und -Fetzen die man den Gegnern abgenommen hat, zusammenzunähen und somit den Rüstungswert zu erhöhen. Ein sündhaft teures Unterfangen ist das auch nicht, denn Nana erhält hierfür lediglich etwas Taschengeld von ihrem großen Bruder.
Wem Shizuku zu mysteriös ist, der kann übrigens auch eine andere weibliche Begleitperson wählen. Zur Auswahl stehen sämtliche Mädchen aus Nanashis Freundeskreis.
 
Grafik? Gibt es das hier?
Naja. Also eines vorneweg, dieses Spiel ist zuerst für die PS Vita erschienen, dann für PS3. Die PS4 Version sieht entsprechend aus. Es wurden die virtuellen Straßen zwar mit zusätzlichen Menschen bestückt, was die Zahl der Passanten in den Straßen der Denkimachi realistischer macht, aber da jeder 2. die gleichen Klamotten anhat, sieht das vermutlich noch schlechter aus als in der Vitafassung.
Dafür ist die Darstellung von Akihabara einfach top gelungen. Ich war selbst vor Ort seinerzeit und es sieht wirklich exakt so aus! Die Läden werden 1:1 im Animestyle wiedergegeben. Ob Sofmap oder Tora no Ana, hier findet man sämtliche Original Ladennamen wieder, und scheinbar lassen sie sich auch alle betreten!
 
Dies aber nicht von Beginn an. Um das IN-Schildchen freizuschalten, das das Betreten erlaubt, muß man zunächst den entsprechenden Flugzettel sammeln. Mädchen, die Handzettel verteilen gibt es überall in Akiba. Einfach ansprechen und wieder wird ein Laden mehr begehbar! Und somit gibt es neue Möglichkeiten, Waffen und Klamotten zu erwerben. Außerdem gibt es noch Maid Cafes, in denen man essen und textbasierte Minispielchen spielen und Karaokebars in denen man sich die Ingame-Musik gemütlich anhören kann. Das ist alles nicht zu vergleichen mit dem großen Vorbild Ryû ga Gotoku (Yakuza), welches hier wohl parodiert werden soll. Aber als Pause von den Strip-Kämpfen ist das ganz angenehm.
 
Außerdem werden mit fortlaufender Story auch immer mehr Bezirke in Akihabara zugänglich. Streunt man am Anfang noch hauptsächlich in der Chûôdôri und rund um die JR-Haltestelle Akihabara Station herum, so erhält man nach einigem Spielen Zugang zum berühmten Yodobashi und dem Akihabara Park.
 
Natürlich gibt es auch Heil- bzw. Aufputschmittel!
Das sind neben den genreüblichen Nahrungsmitteln wie Râmen und Karê vor allem Otakugegenstände! DVDs, Videospiele und Zeitschriften können gekauft und konsumiert werden, um für eine Weile Angriff oder Defense zu stärken. Außerdem lassen sich Hefte erwerben, die das Ausziehen spezifischer Kleidungssorten wie zB. Röcken, Hosen, T-Shirts, Lolita-Kostümen, Cosplays usw. vereinfachen. Was das für Hefte sind, wird nicht näher beschrieben! Ansonsten gilt aber auch Übung macht den Meistrer: Einfach nur genügend Mädels die Röcke runterziehen und der entsprechende Skill levelt sich von alleine!
 
Wer übrigens neben den zahlreichen Nebenmissionen, die eigentlich immer auf das Gleiche rauslaufen, nämlich "kloppe Typ A" oder "vermöble Typen A, B und C", manchmal auch "verhau die gesamte Gruppe Menschen dort", den Storymissionen, die ebenfalls das Kämpfen in den Vordergrund stellen und zahlreichen Zufallskämpfen, die einfach so ausbrechen wenn man zum Beispiel den Falschen anrempelt oder aus einem Laden herauskommt, noch Lust auf weitere Striptease-Fights hat, kann auch einfach per Kamera-App die Passanten scannen und eventuelle Vampirähnliche anlabern - schon geht es weiter mit Kämpfen, die mitunter extrem komplex ausarten, weil immer mehr Magaimono teilnehmen. Ich hatte schon Fights, die haben gar kein Ende mehr genommen, erst als ich dann mit einem extremen Stripping Spree 10 oder mehr Klamotten auf einmal entfernt hatte, trat solangsam wieder Ruhe auf der Straße ein. Also kurz gesagt: Strip-Battles gibt es zu Genüge!
 
Dieses Spiel hat die meiner Meinung nach bisher interessantesten Streaming-Features. Zum einen laufen im Spiel die Zuschauer herum. Passanten die sonst einfach nur "Schulmädchen" oder "Goth-Loli" oder "Otaku" heißen würden, tragen jetzt den Namen der momentanen Zuschauer des Streams über der Rübe. Sehr witzige Idee!
 
Außerdem kann das Publikum Kämpfen beitreten. Ihr virtuelles Alter Ego wird dann von der KI gesteuert und unterstützt mich beim Kloppen. Auch sehr lustig, sorgt aber bei entsprechend vielen Spielern für ziemliches Chaos auf dem Bildschirm. Schlußendlich laufen sämtliche Kommentare durchs Bild. Leider zu schnell um sie zu lesen, aber man weiß zumindest "ah, da schreibt einer was" und kann dann nachschauen. Das macht die Einblendung des Chats und somit Verkleinerung des sichtbaren Spielbildes obsolet.
 
Fazit: Am Anfang war ich enttäuscht von dem Spiel, aber nachdem ich mich eingespielt hatte, kann ich jetzt gar nicht mehr genug kriegen von den selten bekloppten Strip-Kämpfen! Vielmehr als das bietet das Spiel nicht, und wird daher nach 1,2 Wochen sicherlich uninteressant werden. Solange aber macht es tierisch Fun!

 


  • kristinu69 gefällt das





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