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Sniper Elite 3 - Review

sniper elite action stealth krieg ps4

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#1 Guest_aragami2k_*

Guest_aragami2k_*
  • Gast

Geschrieben 24 September 2014 - 12:31 Uhr

Wow was für ein Game! Meine eh schon hohen Erwartungen an den dritten Teil der Reihe wurden sogar noch übertroffen. Mit Sniper Elite 3 trifft Rebellion genau mein Gamerherz!
 
Aber fangen wir vorne an.
Karl Fairburne, der soviel ich weiß im Verlauf der Story komplett namenlose Protagonist der Reihe (den Namen habe ich aus der Anleitung), wird nach Afrika befohlen, um mit einem Trupp von 35000 Front-Frischlingen die Stadt Tobruk zu halten - was gründlich in die Hose geht. Das liegt aber nicht an Karl, der mit ein paar gezielten Schüssen auf deutsche Aufklärer gleich mal zeigen kann was in ihm steckt, sondern vielmehr an der Übermacht der Deutschen und ihren Nebelwerfern. Diese gilt es daraufhin auszuschalten.
 
So schleicht man als versprengter Scharfschütze durchs wilde Kurdistan und nimmt die Gegner aufs Korn. Da man komplett alleine ist, spielt man zusätzlich seinen eigenen Wingman, und schaut regelmäßig durchs Fernglas, um die Gegner und deren Bewaffnung ausfindig zu machen, Patrouillenwege zu identifizieren und explosives Material zu entdecken. Außerdem ist das Fernglas nützlich, um selbst vergrabene Minen zu identifizieren. Nicht das ein unvorsichtiger Spieler in diesen umkommen könnte, aber zumindest kann man sie so wieder einsammeln, denn in den weitläufigen Arealen gibt es eine Vielzahl von deutschen und italienischen Soldaten und die taktische Ausrüstung ist begrenzt.
 
Hat man sich die Wege der Gegner eingeprägt, geht es an das taktische Ausschalten dieser. Möglichst an einer Stelle, die für die restlichen Feinde uneinsehbar ist, sollte der Leichnam zu Boden fallen. Die leise Methode ist ein Stealth Takedown mit dem Messer, wofür man sich aber extrem nah heranschleichen muss, denn Karl wirft sein Messer nicht. Für kurze Distanzen hat er eine schallgedämpfte Welrod-Pistole dabei, die zwar ebenfalls für lautlose Kills sorgt, allerdings auf mehrere Meter sofort ungenau wird. Außerdem ist die Munition stark begrenzt, so daß die Welrod zu Plan C wird. Nach dem Messer und nach dem Scharfschützengewehr.
 
Also kommt man in den meisten Fällen nicht um die Verwendung des Präzisionsgewehres herum. Hat man eine ideale Position im Gelände erreicht, heißt es zunächst Abwarten bis sich die Pumpe erholt hat - denn mit einem schnellen Herzschlag erreicht man keinen präzisen Abschuß. Anschließend kann man zur weiteren Verfeinerung der Zielgenauigkeit noch die Lungen leeren... um dann im geeigneten Moment abzudrücken. Wurde ein Soldat erfolgreich anvisiert, so schaltet das Spiel in die Kill Cam, die den Weg der Kugel vom Gewehrlauf bis in den Körper des Gegners dokumentiert und dank Röntgeneffekt genau zeigt, was sie im Körper der Zielperson anrichtet. So sieht man in detaillierter Darstellung Organe zerplatzen, Schädeldecken zertrümmern und Hoden explodieren. Wem dabei mulmig wird, der kann diesen Effekt auch gänzlich abschalten. Alternativ lässt sich die Häufigkeit auch verringern, so daß nicht jeder Volltreffer detailliert angezeigt wird. Aber ich bin ehrlich, mir werden diese Shots nicht langweilig und es ist schon wirklich interessant, was man so alles beim seichtesten Verwackeln trifft wenn man doch eigentlich auf den Kopf gezielt hat!
 
Neben menschlichen Zielen gibt es auch einige LKWs und Panzer in den Missionen, die durch das gezielte Anvisieren von Schwachstellen mit wenigen Schüssen ausgeschaltet werden können. Auch hier bekommt man in der detaillierten Kill Cam zu sehen, wie es den Motorblock verschiebt oder der Benzintank explodiert.
 
Nach dem Schuß ist vor dem Schuß.
Jetzt heißt es sich schnell zurückzuziehen, denn die Soldaten-KI ist nicht von schlechten Eltern. Nach einem Schuß gehen sie in Deckung und wissen nicht, wo der Schütze sich befindet. Sollte ein unvorsichtiger Sniper aber einen weiteren Schuß abgeben, ohne vorher die Position zu wechseln, wird er lokalisiert und angegriffen. Das reicht vom einfachem aus der Deckung Schießen bis hin zur ausgewachsenen Jagd.
 
Und hier will ich ein paar Worte zur KI verlieren, die in den meisten Tests ziemlich heruntergemacht wird. Die Tester haben wohl nur die Anfangsmissionen gespielt denn die KI wird später wirklich gut! Ja, die Soldaten suchen richtig die Umgebung nach dem Schützen ab! Und sie unterhalten sich dabei, sprechen sich ab, teilen sich auf um ein möglichst großés Gebiet abzudecken. Erstaunlich vielfältige Sätze in der Art von "Ich gehe links herum." oder "Er ist im Haus!" kriegt man währenddessen zu hören.
Daher sollte man nach dem ersten Schuß, wenn alles verwirrt ist, bereits die Hufe schwingen und seine Position wechseln. Hat man sich weit genug entfernt, erscheint auf dem Bildschirm "Relocation successful", und man kann sich erneut eine Position suchen, von welcher aus man agiert.
Mancherorts gibt es laute Geräusche, die den Knall des Scharfschützengewehres übertönen können. Dazu muß man mit einem guten Timing arbeiten und den Moment der Geräuschkulisse ausnutzen, um zu feuern. War der Schuß erfolgreich, sackt der Gegner in sich zusammen und man braucht nicht zu relokalisieren. So lassen sich beliebig viele zeitlich abgestimmte Kills von ein und derselben Position aus erledigen.
 
Vor allem bei der Benutzung der so genannten Scharfschützennester, also speziellen Punkten auf der Karte, von denen man einen guten Überblick über die Region hat und theoretisch bequem viele Gegner ausschalten könnte, sollte man sich vorher mit der Präparation Zeit lassen. Da es zu diesen Nestern in der Regel nur einen Weg gibt, wird man hier regelrecht dazu gezwungen, sich den Rücken mit Stolperfallen und Tretminen freizuhalten. Denn spätestens nach dem zweiten Schuß aus dem Vogelnest bricht unter einem die Hölle los.
 
Natürlich gibt es neben dem Gewehr und der erwähnten Welrod auch noch andere Schußwaffen im Spiel. Diese sollten aber so gut es geht im Gepäck verstaut bleiben! Denn ein Schuß aus beispielsweise einer Luger Offizierspistole ist verdammt laut. Auch die Maschinenpistolen wie zum Beispiel die deutsche MP40 sind ein guter Weg, Angreifer kurzfristig im Schach zu halten, aber da Fairburne extrem wenig Munition mit sich führt definitiv keine Alternative zum oben erwähnten Sniper-Spielstil. Den Abschluß macht die Panzerschreck, eine Panzerfaustwaffe, die sich gegen Fahrzeuge anbietet, ansonsten aber eher nutzlos am Rücken des Heckenschützen umherbaumelt.
 
Vielmehr Wert legt der gepflegte Scharfschütze auf seine nicht tödliche Ausrüstung. Mit einem gezielten Steinwurf kann man Gegner kurze Zeit ablenken. Mit einem Feuerstein lassen sich Feuerchen entfachen, die Gegner anlocken und, wenn in der Nähe von entzündbarem Material platziert, auch Explosionen verursachen können. Diese simplen Mittel stehen unendlich zur Verfügung und helfen sehr gut dabei, einen Gegner von der Herde zu trennen.
 
Vom Umfang her bietet Sniper Elite 3 riesige Areale, die jede Menge Möglichkeiten zum Schleichen und Anvisieren bieten. So kann man das Spiel locker mehrmals durchspielen und muss nicht jedesmal exakt gleich vorgehen. Eine Mission kann auch gut und gerne mehrere Stunden in Anspruch nehmen, vor allem wenn man darauf erpicht ist, unentdeckt zu bleiben. Die Gebiete sind randvoll mit Fußsoldaten, Scharfschützen und Vehikeln wie LKWs und Panzern. Ich war öfters überrascht, wieviele Soldaten eigentlich in diesen Gebieten versteckt sind! Wenn man meint man habe in diesem Teil der Karte endlich alles ausgeschaltet, und sich traut, einen Laufschritt einzulegen, schreit sofort wieder irgendwo ein übersehener Mann, der sich über die Geräusche wundert.
 
Grafisch sieht das Spiel auf der PS4 sehr gut aus. Wer mag, kann zusätzlich seine 3D Brille aufsetzen und in stereoskopischem 3D snipern.
 
Hervorzuheben wäre noch, das die Kampagne beim kooperativen Spiel zu zweit online anders als bei Dead Island immer noch herausfordernd bleibt und nicht zur Metzelorgie verkommt.

 







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