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Diversität in Videospielen


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6 Antworten in diesem Thema

#1 Wearl

Wearl

    Ellie

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  • OrtHekseville

Geschrieben 13 July 2017 - 17:42 Uhr

Guten Abend Community,

 

ich möchte gerne dieses Thema starten, nachdem ich ein Video gesehen habe, wo der Youtuber über einen aktuellen "Zwischenfall" auf Twitter diskutiert, es geht um Homosexualität in Spielen. Ereignet hat sich dies auf Neil Druckmann's Twitter-Konto und Mayanak Verma schrieb darüber, dass die hohe Promotion von Homosexuellen ihm stark auf die Nerven ginge und sowas in Spielen nichts zu suchen habe.

 

Wenn wir die außer spielerische Situation weglassen und uns nur auf die Videospiele fokussieren, erkennen wir, dass weibliche Helden immer mehr in's Rampenlicht kommen, und dadurch mehrt sich die Skepsis, dass Homosexualität und Feminismus in Spielen langsam aber sicher erzwungen wird, anstatt, dass man einfach eine Handlung schreibt, die nicht eine bestimmte politische Richtung vorsieht. Das fällt mir zumindest auf.

 

Wenn wir bei Neil Druckmann bleiben, er hat sich schon öfters als Feminist geäußert und sympathisiert zB mit der umstrittenen Anita Sarkeesian (ich kenne sie nicht, aber mir ist aufgefallen, dass sie nicht gerade bejubelt wird), und hat mit Uncharted 4 (Nadie Ross, Tocher am Schluss [neuer Hauptcharakter?]), Uncharted Lost Legacy (Nadine Ross, Chloe Frazer), The Last of Us (2) (Ellie lesbisch/Hauptcharakter) und The Last of Us: Left Behind (Ellie, Riley) gezeigt, dass er sich sehr stark für starke Frauen und Homosexualität einsetzt. Besonders ist mir die Kritik für die Kampfszene - Nathan, Sam vs. Nadine - in Uncharted 4 aufgefallen, wo die Nadine die beiden Herrschaften sehr alt aussehen gelassen hat, und viele Spieler das nicht nachvollziehen konnten und ihm vorwerfen, er würde den Feminismus zu sehr pushen.

 

Dann haben wir mit Horizon: Zero Dawn, Life is Strange, Gravity Rush, Darksiders 3, Hellbalde, NieR, Mirror's Edge und Tomb Raider aktuelle Beispiele, wo starke Frauen die Hauptrolle spielen.

 

Und da mir aufgefallen ist, dass dieses Thema immer größer im Internet diskutiert wird, möchte ich gerne mit euch darüber reden, wie ihr darüber denkt, ob es für euch auch langsam übertrieben vorkommt, oder zu wenig etc.

 

Meine Meinung dazu ist sehr simple, es muss passen und Sinn machen, es darf nichts aufgezwungen sein, und eine Antwort wie die von Neil zu Mayanak ruft bei mir schon eine Skepsis hervor, denn er sagt, dass positive wie negative Meinungen dazu ihre Diversität in ihren Spielen sehr stark beeinflusse, und da lese ich heraus, dass wenn er zB "zu viele" negative Posts bekommt, er es erst recht macht, und sowas finde ich unnötig. Daher bleibt es abzuwarten, was uns in The Last of Us 2 erwarten wird.

 

Also, was denkt ihr darüber?

 

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#2 eRacoon

eRacoon

    Stammgast

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Geschrieben 13 July 2017 - 20:15 Uhr

Ich liebe dieses Forum für genau solche „abgefahrenen“ Threads!  :good:

 

Zur Sexualität:

Als generell sehr weltoffener und toleranter Mensch wie ich mich jetzt einfach mal bezeichne finde ich die Entwicklung der letzten Jahre und dass es sogar die politische Diskussion bezüglich Ehe für alle angeregt hat grundsätzlich erstmal für absolut positiv.

 

Was mich allerdings echt etwas nervt ist dieses absolut aufgezwungene Getue aktuell. Gefühlt muss ein neu gedrehter deutscher Film mindestens ein schwules Pärchen haben, am besten dazu noch einen Transvestiten, einen politisch Verfolgten Flüchtling usw...

In Videospielen wurde ich damit bis jetzt eher selten "konfrontiert", mir fällt da aktuell wirklich nur TLOU ein und da halte ich es noch für durchaus dezent platziert.

 

Zum Feminismus:

Tja das ist schon schwerer bei Videospielen genau zu definieren… vor 15 Jahren hat eine Lara Croft mit Doppel D noch allen Banditen eins auf die Nase gegeben und keiner hat was dagegen gesagt.

Heute ist das natürlich absolut politisch inkorrekt…

 

The Last of Us zeigt wie ich finde sehr schön wie ein „normales“ realistisches Game aussehen würde ohne das man an jeder Stelle versucht die weiblichen Reize einzubauen.

Dass es dafür immer wieder in die Schusslinie gerät wundert mich ehrlich gesagt.

 

Ein auch echt gutes Beispiel ist Horizon Zero Dawn, ich war schon echt verwundert wie „normal“ Aloy hier dargestellt wird.

Rüstungen die weder Bauchfrei sind noch einen weiten Ausschnitt haben…. der Mann in mir sagte zwar „Was denn da los?!“, aber eigentlich halte ich das für eine positive Entwicklung, dass man auch einfach mal einen weiblichen Charakter in einem Spiel implementieren kann ohne diese übertriebene Sexualisierung.

Schönes Beispiel für manche Games oder das hier...  ;)

 

Denn Tomb Raider treibt es da bei den neuen Teilen irgendwie auf die Spitze… auf der einen Seite die bildhübsche zierlich zerbrechlich wirkende Frau die zwei Stunde später allen richtig in den Arsch tritt.

Sieht zwar schick aus aber so richtig rund wirkt das sicherlich nicht.

 

 

 

Ich wünsche mir dass wir in Games die versuchen ein halbwegs reales Bild aufzubauen die Charaktere auch mehr in die „normale“ Richtung gehen wie es TLOU und HZD gut zeigen.

Wenn aber ein Game auch teilweise aus Humor es mal wieder gnadenlos übertreibt und man halb nackt durch die Welt hüpft dann muss das auch okay sein in meinen Augen.

 

Auch bezüglich gleichgeschlechtlicher Sexualität finde ich hier einen „normalen“ Weg als anzustreben. Ein Großteil der Welt ist nun mal Heterosexuell, dass an jeder Ecke also ein schwules/lesbisches Pärchen rumläuft ist nun mal schlicht unrealistisch.

 

Ich sehe Videospiele als „freie“ Kunst an, wenn also der Entwickler der Meinung ist sein Charakter braucht Körbchengröße Drölf D und in der Winterlandschaft im Bikini rumlaufen würde die Atmosphäre verbessern dann soll er es machen.

Ist natürlich ein schmaler Grat bezüglich Diskriminierung würden jetzt viele Feministen/innen behaupten, in meinen Augen muss aber jeder Entscheiden was er konsumiert.

 

Ich zu mindestens erstelle mein Frauenbild nicht anhand von virtuellen halb nackten Charakteren die durch die Botanik hüpfen und dass einem genau das immer vorgeworfen wird halte ich schon fast für albern.

 

 

Abschließend, nach der halben Bibel hier, bleibt zu sagen dass ich die meisten "missionierenden" Feministen oder Schwule/Lesben für intoleranter halte als die Leute denen meist genau diese Intoleranz vorgeworfen wird.  :rolleyes:



#3 Wearl

Wearl

    Ellie

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  • OrtHekseville

Geschrieben 14 July 2017 - 15:31 Uhr

Naja, The Last of Us wird deswegen stark in den Fokus gerückt, 1. weil es ein sehr gutes Beispiel ist, wie man mit Diversität umgeht (es wird einem nie in's Gesicht gedrückt), und 2. wegen der Homosexualitätskontroverse (Ellie, Bill), zumindest habe ich das so bis jetzt wahrgenommen. Und ich gebe dir recht, Frauen sind keine Sex-Objekte und sollten auch so behandelt werden, was aber nicht heißt, dass ich jedem Entwickler vorschreiben möchte, wie Frauen in Spielen aufzutreten haben. Gerade bei jap. Spielen zum Beispiel betrachte ich die mit einem ;)

Außerdem, wegen deinem Beispiel TLOU, es wäre dort auch sehr unpassend, wenn die Frauen halbnackt herumlaufen würden. 

 

 

 

Auch bezüglich gleichgeschlechtlicher Sexualität finde ich hier einen „normalen“ Weg als anzustreben. Ein Großteil der Welt ist nun mal Heterosexuell, dass an jeder Ecke also ein schwules/lesbisches Pärchen rumläuft ist nun mal schlicht unrealistisch.

 

 

Wie darf ich das verstehen? Sollen sich alle Studios auf der Welt zusammenreden und entscheiden, wer wann Homosexuelle in sein Spiel bringen darf? Zumindest verstehe ich das so, oder meinst du innerhalb einer Spielwelt?

 

Ein großes Problem, das ich heute sehe ist, dass die Leute vieles sehr emotional und als persönliche Attacke aufnehmen, nur kann man so 1. nicht diskutieren, 2. unterdrückt das ja auch die freie Meinungsäußerung, denn du wirst heute zB sehr schnell als Sexist und/oder intoleranter beschimpft, man braucht ja nur sagen, ich möchte im Spiel XY keine Frau spielen, während gegenteiliges völlig legitim ist.

 

Deswegen sehe ich hier ein großes Problem, nicht nur in Spielen, auch zB in Filmen, dass der Feminismus und die Diversität uns überall wo es geht aufgedrückt wird, nur um politisch korrekt zu sein, und wenn wer eine eigene, nicht konforme Meinung dazu hat, wird er sofort in's Fadenkreuz genommen. Deswegen ist es für mich wichtig 1. verschiedene Meinungen zu akzeptieren, denn durch eine Meinung kommt keiner zu Schaden, den mancht man sich selber, 2. dass man das Gespräch sucht, um einander besser verstehen zu lernen und 3. dass man der politischen Korrektheithalber nichts aufzwingt, dass man zB Frauen stark (und Lesbisch) und Männer schwach macht. Das hat für mich nichts mit Gleichberechtigung zu tun, sondern ist ein lediglicher Rollentausch, wenn dies überhand nimmt. 

 

Allgemein ist allen Autoren zu sagen, schreibt einfach eine glaubwürdige und nachvollziehbare Welt, und zwingt euch selbst nichts auf ;)


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#4 aragami2k

aragami2k

    Harbinger of the Companions

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Geschrieben 16 July 2017 - 08:51 Uhr

Nunja diese Entwicklung hat die Filmindustrie auch schon hinter sich. In den 50ern war zum Beispiel ein Film mit einer Frauenhauptrolle schier undenkbar. Heute siehst du keinen Film mehr ohne Quotenfrau. Soviel ich weiß gibt es in Hollywood eine Vorschrift, das mindestens 1 weibliche Hauptrolle im Film vorkommen muss. 

 

Ich kann es nicht verstehen! 

 

Wenn in Ghostbusters Remake 4 Frauen Geister jagen ist das schön und gut, aber wieso ist das keine gemischte Truppe?

Ebenso die Tomb Raider Entwicklung. Früher war das Hauptverkaufsargument bei Eidos Sex Sells. Deswegen hatte Lara mit jedem neuen Teil dickere Hupen und die Blöcke aus denen die Spielwelt zusammengesetzt wurden, waren etwas rundlicher. Mehr hat sich nicht geändert! 

Dann kam das Reboot mit - merkwürdigerweise (nicht unbedingt entgegen meinem Geschmack) kleineren Titten und mehr Fokus auf einer interessanten Story. 

 

Ich spiele ja meistens weibliche Charas weil ich lieber aufnen Weiberarsch starre als nen Männerarsch, insofern kommt mir die Entwicklung zu mehr weiblichen Main Charas entgegen, aber ich hinterfrage ebenfalls diese Entwicklung, denn als Mann kommt man sich irgendwann auch veralbert vor. Stories in denen ein starker Mann eine schwache Frau vor dem Unheil schützt gibt es gar nicht mehr, aber ich bin mir 100% sicher (und da kann die vorhandene Handvoll Damen hier im Forum mich für hassen soviel sie wollen) wenn im Bad ne Spinne ist, dann ist es der männliche Partner, der die wegmacht! Und einer solchen Frau (und das sind nunmal die meisten) nehm ich nicht die Hauptrolle in einem Survivalabenteuer ab.... no sir!

 

Emanzipation hat also ihre Grenzen. 

 

Ich finde jeder Entwickler soll das handlen dürfen wie er will. Bei großen Publishern wirds aber sicher von oben Regulationen geben ähnlich wie in Hollywood. Die Emanzipation der Frau ist ja eine nette Idee, aber Gleichberechtigung sieht anders aus! Denn wenn Gleichberechtigung, dann bitte auch mit allen negativen Aspekten. Wie Gronkh es form,uliert hat: Nicht nur Frauen in Chefetagen, sondern auich als Müllfrauen... Die aktuelle Entwicklung wird immer mehr zur Amazonian Masterhood, wie es Al Bundy so treffend formuliert hat. Und wer South Park Season 20 gesehen hat, der weiß ja wo das eines Tages hinführen wird...  ;)


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#5 Wearl

Wearl

    Ellie

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Geschrieben 16 July 2017 - 19:28 Uhr

Soviel ich weiß gibt es in Hollywood eine Vorschrift, das mindestens 1 weibliche Hauptrolle im Film vorkommen muss. 

 

Ich kann es nicht verstehen! 

 

 

Aha, das wusste ich gar nicht. Das ist für mich die eigentliche Diskriminierung, wenn man etwas durch eine Zwangsquote herbeiführen möchte.

Wenn das die Videospielbrance erreicht, dann gute Nacht.

 

 

Ebenso die Tomb Raider Entwicklung. Früher war das Hauptverkaufsargument bei Eidos Sex Sells. Deswegen hatte Lara mit jedem neuen Teil dickere Hupen und die Blöcke aus denen die Spielwelt zusammengesetzt wurden, waren etwas rundlicher. Mehr hat sich nicht geändert! 

Dann kam das Reboot mit - merkwürdigerweise (nicht unbedingt entgegen meinem Geschmack) kleineren Titten und mehr Fokus auf einer interessanten Story

 

 

Das ich deutlich begrüßt habe, denn mit der früheren Lara konnte ich nichts anfangen ;)

 

 

 Die Emanzipation der Frau ist ja eine nette Idee, aber Gleichberechtigung sieht anders aus! Denn wenn Gleichberechtigung, dann bitte auch mit allen negativen Aspekten. Wie Gronkh es form,uliert hat: Nicht nur Frauen in Chefetagen, sondern auich als Müllfrauen...

Absolut. Mir kommt es so vor, als wolle man einfach die Rolle tauschen, dass der Mann nun der Schwache und die Frau die Starke ist, und das ist einfach der falsche Weg. Was kommt dann, ein erneuter Rollentausch? Man muss einfach akzeptieren, dass Mann und Frau unterschiedlich gebaut sind, und beide ihre eigenen Vorteile haben, und beide nicht alles können.


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#6 eRacoon

eRacoon

    Stammgast

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Geschrieben 16 July 2017 - 19:48 Uhr

 

Ebenso die Tomb Raider Entwicklung. Früher war das Hauptverkaufsargument bei Eidos Sex Sells. Deswegen hatte Lara mit jedem neuen Teil dickere Hupen und die Blöcke aus denen die Spielwelt zusammengesetzt wurden, waren etwas rundlicher. Mehr hat sich nicht geändert! 

 

Ich würde eher sagen man hat Lara einfach nur ein bisschen dem Schönheitsideal angepasst... dass Eidos weg von Sex Sells gegangen ist wage ich stark zu bezweifeln, die neue Lara ist alles andere als das neue Anti Supermodel. ;)



#7 Wearl

Wearl

    Ellie

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  • OrtHekseville

Geschrieben 25 July 2018 - 08:30 Uhr

Dieses Video finde ich sehr interessant, er erklärt seinen Standpunkt zur Debatte hinsichtlich Naughty Dogs Wandlung und Bevorzugung von starken weiblichen (homosexuellen) Charakteren, und ob sie es nicht damit übertreiben. Auch wird gezeigt wie Entwickler und Fans miteinander in dieser Thematik umgehen.

 

Ein offener Standpunkt, den man sich mal anschauen kann.


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